Hardfacts zur Lehre.

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Die harten Fakten rund ums Thema Lehre warten hier auf dich.

 

Lehrverhältnis

Du schlie√üt mit deinem Lehrbetrieb ein sog. ‚ÄěLehrverh√§ltnis‚Äú, das √ľber eine bestimmte Zeit (Lehrzeit) l√§uft. In der Lehrberufsliste werden T√§tigkeitsbereiche, Besch√§ftigungsperspektiven und Aus- und Weiterbildungsm√∂glichkeiten zu jedem einzelnen Lehrberuf angef√ľhrt. Dein Lehrverh√§ltnis ist ein richtiges Arbeitsverh√§ltnis. Das bedeutet, dass Lehrling und Lehrbetrieb gewisse gegenseitige Rechte und Pflichten haben.

Falls du schon facheinschl√§gige vorhergehende Ausbildungen hast, kann es auch sein, dass sich dadurch deine Lehrzeit verk√ľrzen l√§sst. Wenn du dazu Fragen hast, findest du weitere Informationen ebenfalls in der Lehrberufsliste, bzw. ist dir sicher auch dein Ausbildungsbetrieb gerne behilflich.

Nach Ablauf der Lehrzeit muss dich dein Lehrbetrieb noch mindestens 3 Monate weiterbesch√§ftigen. Diese Zeit nennt man Weiterverwendungszeit. Falls du nur die H√§lfte deiner Lehrzeit in diesem Unternehmen besch√§ftigt warst, verk√ľrzt sich diese Zeit auf die H√§lfte.

 

Schnuppern

Viele Unternehmen bieten Schnuppertage f√ľr Sch√ľler an. Erkundige dich bei den Unternehmen, die f√ľr dich als Ausbildungsbetrieb in Frage kommen. Hineinschnuppern ist der wahrscheinlich beste Einblick, den du in ein Unternehmen und ein Aufgabengebiet bekommen kannst.

 

Lehrvertrag

Wenn dir dein Lehrbetrieb eine Lehrstelle zugesagt hat, wird ein Lehrvertrag in 4-facher Ausfertigung erstellt. Darin sind alle wichtigen Punkte √ľber das Lehrverh√§ltnis angef√ľhrt ‚Äď zB die Entlohnung, Rechte und Pflichten.

Alle vier Ausf√ľhrungen werden von dir und deinem Lehrbetrieb unterschrieben. Wenn du noch keine 18 Jahre alt bist, unterschreiben deine Eltern (Erziehungsberechtigte) f√ľr dich.

Bevor du einen Vertrag unterschreibst, ist es wichtig, dass du dich mit dem Inhalt auseinandersetzt. Lies ihn sorgfältig durch und traue dich ruhig zu fragen, wenn dir etwas unklar ist.

Ist der Lehrvertrag unterzeichnet, wirst du bei der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer angemeldet, au√üerdem in der Berufsschule und bei der Sozialversicherung. Dein Lehrvertrag wird von der Lehrlingsstelle noch √ľberpr√ľft und best√§tigt. Sp√§testens innerhalb von 3 Wochen nach Beginn deines Lehrverh√§ltnisses solltest du deinen Lehrvertrag und die Anmeldung bei der Lehrlingsstelle in H√§nden halten.

Pflichtinhalte des Lehrvertrags

  • Deine pers√∂nlichen Daten

  • Bezeichnung deines Lehrberufes lt. Lehrberufsliste

  • Dauer der Lehrzeit

  • Anfang und Ende der Lehrlingsausbildung

  • Daten des Lehrberechtigten und des Lehrbetriebes

  • Hinweis auf Berufsschulpflichten

  • Nachweis deiner bereits vorhandenen Ausbildungszeiten

  • Hinweis auf eine m√∂gliche Ausbildung in einem Ausbildungsverbund

  • H√∂he deiner Lehrlingsentsch√§digung pro Lehrjahr

  • Datum des Vertragsabschlusses

 

Lehrlingsentschädigung

Das Entgelt, das du während der Lehre verdienst, nennt man Lehrlingsentschädigung. Diese ist im jeweils anwendbaren Kollektivvertrag festgelegt. Die Lehrlingsentschädigung erhöht sich mit jedem Lehrjahr. Üblicherweise wird die Lehrlingsentschädigung monatlich, 14-mal pro Jahr, ausbezahlt.

Was bedeutet eigentlich ‚Äěbrutto‚Äú und ‚Äěnetto‚Äú?

Im Arbeitsvertrag, so auch im Lehrvertrag, werden Entgelte meistens brutto angegeben. Brutto bedeutet, vor Abzug von Sozialversicherung und Lohnsteuer. Das Netto ist hingegen jener Betrag, den du nach diesen Abz√ľgen ausbezahlt bekommst.

Es stehen dir online einige sog. ‚ÄěBrutto-Netto-Rechner‚Äú zu Verf√ľgung, mit denen du halbwegs genau ausrechnen kannst, wieviel Netto dir vom vereinbarten Brutto bleibt.

 

Rechte und Pflichten

Rechte

  • ordnungsgem√§√üe Ausbildung lt. Berufsbild

  • regelm√§√üige Auszahlung der Lehrlingsentsch√§digung

  • Urlaub

  • Freistellung f√ľr den Besuch der Berufsschule

  • Ersatz von Pr√ľfungskosten

  • Arbeitsauftr√§ge, die du auch leisten kannst und dich nicht √ľberfordern

  • Sichere Arbeitsbedingungen (Arbeitssicherheit, keine Diskriminierung,‚Ķ)

  • √úbernahme der Internatskosten (falls du im Internat untergebracht bist)

Pflichten

  • Erlernen, der f√ľr den Lehrberuf erforderlichen Kenntnisse

  • Regelm√§√üiger Besuch der Berufsschule

  • Vorweisen der Zeugnisse

  • Gesch√§fts- und Betriebsgeheimnisse wahren

  • Sorgf√§ltiger Umgang mit Werkzeugen und Materialien

  • Befolgung dienstlicher Anweisungen im Lehrbetrieb

  • Bei Dienstverhinderung (zB Krankheit) sofortige Verst√§ndigung deines Ausbildners

Du solltest deine Rechte und Pflichten sehr ernst nehmen. Im schlimmsten Fall, kann es um den Verlust der Lehrstelle gehen, wenn du deine Pflichten vernachlässigst.

 

Ausbildungsverbund

Falls Teile deiner Ausbildung im Lehrbetrieb nicht abgehalten werden k√∂nnen, k√∂nnen sich Unternehmen zu einem Ausbildungsverbund zusammenschlie√üen. Das bedeutet, dass du f√ľr Teile deiner Ausbildung auch in ein anderes Unternehmen geschickt werden kannst.

 

Probezeit

Die ersten 3 Monate der Lehrzeit sind besonders entscheidend. Diese gelten als Probezeit. Das bedeutet, dass das Lehrverh√§ltnis schriftlich ohne Angaben von Gr√ľnden von dir oder von deinem Lehrberechtigten gel√∂st werden kann. Solltest du bereits in der Probezeit deine Lehrstelle wieder aufgeben, oder verlieren, musst du dir danach einen neuen Ausbildungsplatz suchen. Ein h√§ufiger Wechsel des Arbeitsplatzes kann nicht empfohlen werden. Das schm√§lert f√ľr dein sp√§teres Berufsleben deine Chancen. Gute Arbeitgeber suchen sich meist die besten und zuverl√§ssigsten Mitarbeiter f√ľr sich aus.

 

Arbeitszeit

F√ľr Personen unter 18 Jahren gilt das Kinder- und Jugendlichenbesch√§ftigungsgesetz (KJBG). Dort sind auch eigene Arbeitszeitbestimmungen festgelegt. Jugendliche d√ľrfen nicht mehr als 8 Stunden t√§glich und 40 Stunden pro Woche arbeiten. Davon gibt es nur sehr wenige und streng eingegrenzte Ausnahmen. Nach 6 Stunden ununterbrochener Arbeitszeit steht dir eine Pause von min. 30 Minuten zu.

 

Berufsschule

Zur Lehre geh√∂rt nicht nur die praktische Ausbildung im Job, sondern auch ein gewisses Ausma√ü an theoretischem Wissen, welches du in der Berufsschule lernst. Welche Berufsschule f√ľr dich zust√§ndig ist, entscheidet sich mit der Wahl deines Berufes. Wie du es schon gewohnt bist, besteht auch f√ľr die Berufsschule Schulpflicht.

Eventuell k√∂nnen dir auch f√ľr die Berufsschule Vorausbildungen angerechnet werden, wenn du zB schon mehr als 9 Pflichtschuljahre absolviert hast.

Je nach Lehrberuf ist es verschieden, wie du in die Berufsschulde gehen musst: Entweder ganzjährig (an bestimmten Tagen jede Woche), lehrgangsmäßig (Blockunterricht 8 Wochen durchgehend) oder saisonmäßig (Unterricht zu bestimmten Jahreszeiten durchgehend).

 

Lehrabschlusspr√ľfung

Am Ende deiner Lehre trittst du zur Lehrabschlusspr√ľfung an. Im Zuge dieser Pr√ľfung wird festgestellt, ob du alle erforderlichen F√§higkeiten und Kenntnisse f√ľr deinen Beruf erlernt hast. Die Lehrabschlusspr√ľfung besteht aus einem m√ľndlichen und schriftlichen Teil und du wirst sowohl in Theorie als auch Praxis gepr√ľft. Falls du das Unterrichtsziel der letzten Berufsschulklasse erreicht hast, legst du nur eine praktische Pr√ľfung ab.

Viele Unternehmen belohnen besondere Berufsschulleistungen, bzw. gute und ausgezeichnete Erfolge bei der Lehrabschlusspr√ľfung mit besonderen Pr√§mien. Es lohnt sich also, gut zu sein.

 

Beendigung des Lehrverhältnisses

Grunds√§tzlich endet dein Lehrverh√§ltnis nach Ablauf der Lehrzeit. Du hast davon abgesehen immer das Recht, zu k√ľndigen. Das Lehrverh√§ltnis kann auch vorzeitig aufgel√∂st werden. Im Einvernehmen mit deinem Lehrberechtigten kannst du das Lehrverh√§ltnis auch einvernehmlich aufl√∂sen. Wenn du unter 18 Jahre alt bist, m√ľssen f√ľr die Beendigung des Lehrverh√§ltnisses auch deine Erziehungsberechtigten zustimmen.

Die drastischste Form der Beendigung ist eine Entlassung. Solltest du gr√∂bere Pflichtverst√∂√üe hinlegen (zB Vertrauensunw√ľrdigkeit, Diebstahl, unerlaubtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz, t√§tliche Angriffe), kannst du ohne Einhaltung von Fristen und Terminen deine Lehrstelle ziemlich rasch verlieren.

Jeder kann einmal einen Arbeitgeber erwischen, der nicht so gut zu einem passt. Das ist kein Beinbruch. Sei dir aber immer bewusst, dass ein oftmaliges Wechseln der Lehrstelle bzw. des Arbeitgebers kein gutes Bild im Lebenslauf macht und dir dein späteres berufliches Fortkommen ziemlich erschweren kann.

 

Freifahrt und Fahrtenbeihilfe

F√ľr Lehrlinge gibt es Freifahrtsausweise, oder eine Fahrtenbeihilfe. Diese gelten vom Wohnort bis zum Lehrbetrieb bzw. zur Berufsschule.

 

Bewerbungsunterlagen

Wenn du dich f√ľr eine Lehrstelle bewirbst, sind folgende Unterlagen wichtig:

  • Lebenslauf (schulischer Werdegang, evtl. famili√§re Angaben, Ehren√§mter)

  • Bewerbungsschreiben (Warum m√∂chtest du dich f√ľr diesen Lehrberuf bzw. bei diesem Unternehmen bewerben?)

  • Zeugnisse (Im Idealfall der 7.+8. Schulstufe ‚Äď viele Unternehmen legen auch Wert auf die Betragensnote)

Deine Bewerbungsunterlagen erstellst du am besten am Computer und √ľbermittelst sie dann am besten elektronisch (als PDF-Format per Mail). Heutzutage ist ein tabellarischer Lebenslauf g√§ngig, sowie ein personalisiertes Anschreiben. Wenn du innerhalb von 1-2 Wochen keine R√ľckmeldung zu deiner Bewerbung bekommst, kannst du dein Interesse zeigen, wenn du in der Personalabteilung anrufst, um nachzufragen, wie der Stand deiner Bewerbung ist.

 

Bewerbungsgespräch

Bereite dich gut auf dein Bewerbungsgespr√§ch vor. Informiere dich √ľber das Unternehmen und deine Ansprechpartner. √úberlege dir auch, was du √ľber das Unternehmen, die Produkte / Dienstleistungen, oder die Lehrzeit noch wissen m√∂chtest. Nutze das Bewerbungsgespr√§ch um zu fragen, was bei dir noch offen ist.

Achte beim Bewerbungsgespräch auf ordentliche Kleidung und höfliches Benehmen. Freundlichkeit und gute Umgangsformen sind immer im Trend!

 

Dresscode

  • Saubere Kleidung & geputzte Schuhe

  • Deine Kleidung sollte dem angestrebten Job entsprechen. F√ľr eine Lehre als Versicherungskaufmann wirst du dich m√∂glicherweise anders kleiden, als f√ľr eine Lehre als Kfz-Mechaniker.

  • Shirts mit vermeintlich witzigen Aufdrucken, Spaghettitr√§gerleibchen, extrem kurze Minir√∂cke, udgl. sind ein absolutes Tabu und machen keinen guten Eindruck. Auch kurze Hosen und Schlapfen kommen nicht gut an.

  • Auch dein √ľbriges √Ąu√üeres sollte gepflegt sein.

  • Was das Styling betrifft, so ist weniger mehr: Dezentes Make-Up, nicht zu viel Parfum. Das wirkt sonst schnell aufdringlich.

 

Absage

Wenn du auf eine Bewerbung eine Absage erh√§ltst, bedeutet das nicht, dass du zu schlecht bist. Manchmal hat es auch andere Gr√ľnde.

Verliere nicht den Mut und probiere es weiter.

Und ganz wichtig: Du darfst gerne auch im Unternehmen nachfragen, was du bei der Bewerbung besser machen k√∂nntest, oder woran die Absage gelegen hat. Das beweist, dass du dich mit deinem Fortkommen gut auseinandersetzt und bereit bist, dich selbst weiterzuentwickeln. Mit Feedback vom Unternehmen kannst du dich f√ľr weitere Bewerbungen verbessern. Vielleicht hast du auch die M√∂glichkeit, dass du von einem ‚Äěbewerbungserfahrenen‚Äú Erwachsenen Unterst√ľtzung erh√§ltst und dieser dir Feedback zu deinen Unterlagen bzw. deinem Auftritt geben kann.

 

Privatsphäre-Check

Einige Personalverantwortliche bzw. Lehrlingsausbilder googeln dich auch. Das hei√üt sie sehen dann alle m√∂glichen Informationen, welche im WWW von dir und √ľber dich kursieren. √úberpr√ľfe daher einmal, was du in sozialen Medien von dir gibst und wie du die Privatsph√§re deiner Posts eingestellt hast.

powered by JOB HR - Mag. Julia Oberhumer